Brejdak, Jaromir2011-12-162011-12-162011Fenomenologia, 2011 nr 9, s. 82-93978-83-232-2334-41731-7541http://hdl.handle.net/10593/1615Gut bekannt sind die Beziehungen zwischen Phänomenologie und Hermeneutik. Paul Ricoeur nannte bekanntlich die Hermeneutik ein Pfropfen auf dem Bau der Phänomenologie. Aus der hermeneutischen Perspektive wurde die Phänomenologie für ihre These einer vermeintlichen Voraussetzugslosigkeit von Heidegger, Merleau-Ponty oder Gadamer kritisiert, und ihre Geschichtlichkeit, Sprachlichkeit und Situationsbezogenheit ans Tageslicht gebracht. Die Phänomenologie vollzog hiermit eine hermeneutische Wende. Die in ihr implizierten maieutische Tendenzen kamen jedoch nicht zu einem gleichrangigen Durchbruch trotz vielen großartigen Entwürfen, sei es einer Phänomenkonzeption mit einer starken Akzentuierung des Vollzugsinnes und einer sogenannten Vollzugstheorie der Bedeutung (Gethmann) bei Heidegger, sei es einer Philosophie als Aktion bei Dilthey, sei es einer Vorbildkonzeption samt ihrer Forderung der Gefolgschaft bei Scheler. Eine maieutische Wende der Phänomenologie bleibt immer noch aus, und zwar obwohl viele maieutischen Tendenzen gleichzeitig in der Hermeneutik immer deutlicher wurden, sowohl bei Gadamer in seiner Anwendungvoraussetzung (Applikation) als auch bei Ricoeur in seiner dritten Mimesis als einer Refiguration. In dem darauffolgenden Text wird eine maieutische Wende der Phänomenologie skizziert, die sich für eine maieutische Wahrheitskonzeption stark machen will, in der vordergründig nicht abstrakte Inhalte zum Vorschein gebracht werden sollen sondern ihre adäquate, existentielle Aneignungsart im Focus stehen soll (gemäß dem Kierkegaardschen Postulat wonach das Wie der Wahrheit ist die Wahrheit oder mit Heidegger formuliert ein Kennen ist ein Können, wobei auf die Ähnlichkeit dieser Konzeption mit ihrer pragmatischen Version bei Ch. Peirce Bezug genommen wird).plMajeutyka OntologyMaieuticsMimesisEgzystencjaExistenceEpistemikaEpistemikOntologiaOntologyMajeutyczny zwrot fenomenologiiArtykuł